In der Zeit des Festes verfallen die Feiernden in eine Art besessenen Zustand. Dies ist notwendig, um die Geister anrufen sowie die schwierigen, zermürbenden Aufgaben, welche alle im Festprogramm aufgelistet und beschrieben sind, vollbringen zu können. Dazu versammeln sich alle Teilnehmer der Prozession zur Dämmerung in den Tempeln. Bei dieser nächtlichen Zeremonie spielen Geräusche, Geruch und Sehvermögen entscheidene Rollen: in den Tempeln erklingen Trommeln und Glockengeläut, die Tempelräume sowie das Tempelgelände sind voll bsetzt mit Rauch vom Feuer und brennendem Sandelholz. Des weiteren sind auf den Altaren hunderte von Kerzen angezündet und die vielen heiligen Statuen in den Tempeln werden beleuchtet, welche chinesische Götter und Kaiser, Buddha, sagenhafte Tiere und andere mythologische Figuren darstellen. Bei der Zeremonie stehen die Männer auf der einen Seite des Altars und die Frauen auf der anderen. Wenn die Geister ihre Ankunft anmelden, ändern sich die Gesichtsausdrücke der Teilnehmer und die neun Kaiser-Göttern nehmen einer nach dem anderen die Körper der Teilnehmer ein. Die Besessenen beginnen sich dann gehend, hüpfend oder rennend hinaus in den Tempelhof zu bewegen, wo sie von einem Helferteam „eingefangen“ und an den vorher festgelegten Körperstellen oder im Gesicht gepierct werden mit speziellen Werkzeugen. Für Auβenstehende wirkt die ganze Zeremonie, welche das zentrale Ereignis des Festes darstellt, wie ein organisiertes Chaos. Die Teilnehmer stehen auf dem Hof in einer Reihe und warten darauf, daβ sie gepierct werden. Sie wirken dabei wie verzaubert, unter Drogen stehend bzw. in einem Zustand von völliger Extase versetzt. Am Morgen des letzten Festtages finden künstlerisch raffinierte und komplizierte Drachen- und Löwentänze vor dem Uhrenturm in Phuket Town statt, welche von vielen Selbstzerstümmelungen begleitet werden. Diese fast schon wahnsinnigen Feierlichkeiten halten bis zum Abend an – die Straβen von Phuket Town sind von Menschen überfüllt, welche sich bis zum nächsten Jahrr von den neun Kaiser-Göttern mit jeder Menge „lautem“ Feuerwerk verabschieden.
Das wohl gröβte und wahrscheinlich schönste Fest in ganz Thailand ist das „Loy Kratong Festival“. Zu diesem Fest wird eines der berühmtesten und denkwürdigsten Lieder Thailands gesungen, welchen mit den Worten „The Night of the Floating Candles“ (= die Nacht der schwimmenden Kerzen) beginnt. Das Fest wird am Vollmondtag des 12. Mondes begangen – 2002: 21. November – und beginnt abends um 19.30 Uhr. Bis heute ist die Herkunft dieses wunderschönen Festes nicht eindeutig.
So besagt eine Überlieferung, daβ die Anfang des Festes im 13. Jahrhundert in der Sukhothai-Periode liegt. Bei Vollmond werden dann tausende von kleinen selbstgebastelten Booten aus Lotusblüten und –blättern, welche mit Kerzen, Blüten und Weihrauchstäbchen geschmückt sind, von hübsch gekleideten Frauen und Mädchen ins Meer bzw. in die Flüsse, Kanäle zu Wasser gelassen. Dieses Ritual soll Sünden „reinwaschen“und Liebesaffären benedeien. Wenn Sie auch an diesem Fest teilhaben wollen, dann kaufen sie sich ein kratong, zünden Sie die Kerzen und Räucherstäbchen an, legen Sie in das Boot eine kleine Münze und einige Kopfhaare, sprechen Sie ein Gebet und lassen Sie dann ihr Boot ins Wasser, um es auf seinen Weg zu schicken. |